Klippen statt Kirchen, Meerblick statt Feldweg: Die Küstenvariante des Camino Português führt weg vom klassischen Jakobsweg-Bild und dafür immer wieder direkt am Atlantik entlang. Ein Erfahrungsbericht von sechs Tagen zu Fuß.
Warum die Küstenroute
Der klassische Camino Português verläuft im Landesinneren von Lissabon oder Porto nach Santiago de Compostela. Die Küstenvariante (Caminho da Costa) zweigt in Porto ab und folgt weitgehend der Atlantikküste – mit deutlich mehr Meerblick, dafür auch mehr Wind und Wetterwechseln. Wir haben uns bewusst für diese Variante entschieden, weil wir Landschaft über reine Kilometerleistung stellen wollten.
Sechs Tage, ein grober Rhythmus
Wir sind in Porto gestartet und bis Vigo auf spanischer Seite gelaufen, mit Etappen zwischen 18 und 26 Kilometern pro Tag. Die Wege wechseln zwischen befestigten Küstenpromenaden, Sandpfaden durch Dünen und kurzen Abschnitten auf normalen Straßen. An zwei Tagen hat uns dichter Nebel begleitet, der die Küste komplett verschwinden ließ – am nächsten Morgen war der Himmel dafür strahlend blau.
Unterkünfte und Verpflegung
Entlang der Küstenroute gibt es deutlich weniger klassische Pilgerherbergen als auf dem Camino Francés – dafür aber gute Auswahl an kleinen Pensionen und Ferienwohnungen in den Küstenorten. Wer flexibel bleiben will, bucht ein bis zwei Tage im Voraus, in der Hauptsaison (Juli/August) empfiehlt sich das dringend, da die Küstenorte auch bei regulären Urlaubern beliebt sind.
Was wir beim nächsten Mal anders machen würden
Rückblickend hätten wir die erste Etappe kürzer geplant – wir sind mit zu viel Elan direkt 24 Kilometer gelaufen und haben das am zweiten Tag in den Füßen gespürt. Außerdem würden wir mehr Pufferzeit für spontane Strandpausen einplanen: Einige der schönsten Momente der Reise waren die ungeplanten Stopps an leeren Buchten, für die wir uns anfangs kaum Zeit gegeben hatten.
Auf einen Blick
- Route
- Camino Português, Küstenvariante Porto – Vigo
- Dauer
- 6 Tage, ca. 130 Kilometer
- Tagesetappen
- 18 bis 26 Kilometer
- Fazit
- Landschaftlich beeindruckend, planbar auch ohne feste Herbergsreservierung